Ansbach

e-mail an den Frauenbund

e-mail an den Frauenbund

Counter 

Zwei-Tages-Fahrt nach Ansbach
am 24. und 25. September 2010

Die Hauptstadt des Regierungsbezirks Mittelfranken war diesmal das Ziel unserer Zwei-Tages-Fahrt, an der 21 Frauen teilnahmen. Mit der S-Bahn ging es nach München und von

dort über Augsburg und Treuchtlingen nach Ansbach, das gegen Mittag erreicht war. Unser Hotel befand sich auf einer Anhöhe über der Stadt und bot einen wunderschönen Ausblick. Auch das Wetter spielte mit – es war frühherbstlich mild und Regen war (noch) nicht in Sicht.

Reisen macht hungrig und so war als erster Programmpunkt ein Besuch der Orangerie zwecks Mittagessen höchst willkommen. Die Orangerie stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und wurde nach französischen Vorbildern erbaut. Sie ist Bestanteil des herrlich angelegten Hofgartens, der nach dem Essen zum Verdauungsspaziergang einlud. Auch der benachbarte Leonhart-Fuchs-Kräutergarten mit liebevollen „Gebrauchsanweisungen“ für die vielfältigen Gewächse wurde ausführlich inspiziert.

Doch dann rief schon wieder das Programm: um 15.00 Uhr war eine Stadtführung anberaumt. Sie startete am Schlossplatz beim Denkmal „Anscavallo“, einer etwas ungewöhnlichen Pferdeskulptur. Weitere Stationen waren u.a. die katholische Ludwigskirche, ein Gang durch das Herrieder Tor aus dem 15. Jahrhundert sowie eine Synagoge, die erstaunlicherweise die Reichspogromnacht fast unbeschadet überstanden hatte. Weiter ging es zu den beiden evangelischen Kirchen der Stadt: St. Johannis (15. Jahrhundert) und – nur wenige 100 m entfernt – St. Gumbertus, deren Ursprünge bis ins 8. Jhdt. zurückverfolgt werden können. Ein Name darf im Zusammenhang mit Ansbach natürlich auf keinen Fall fehlen: Kaspar Hauser, dieses nach wir vor rätselhafte „Findelkind“, dessen Herkunft nie zweifelsfrei aufgeklärt wurde und dessen Tod im Jahr 1833 ebenfalls viele Fragen aufwarf. Die Stadt beherbergt ein Museum, das sich mit diesen Vorkommnissen ausführlich auseinandersetzt und auch das Wohn- und Sterbehaus Kaspar Hausers ist nach wie vor erhalten.

Viel erfuhren wir auch über die wechselvolle Geschichte Ansbachs, die mit der Gründung eines Benediktinerklosters im Jahre 748 begann. Die Stadt stand Ende des 18. Jahrhunderts sogar kurz unter preußischer Hoheit und wurde 1806 schließlich Bayern angeschlossen. Die kurzweilige Führung endete im sog. Beringershof, dem malerischen Innenhof einer ehemaligen Stiftskirche.

Der restliche Nachmittag stand zur freien Verfügung und so fand sich die Gruppe erst wieder zum Abendessen im Hotel zusammen, wo der Abend gemütlich ausklang.

Am nächsten Tag stärkten wir uns bei einem reichhaltigen Frühstück für das bevorstehende Tagesprogramm. Das Wetter hatte mittlerweile auf leichten Nieselregen umgeschaltet, konnte die Unternehmungslust aber in keiner Weise bremsen. Zunächst war eine Führung in der markgräflichen Residenz gebucht, die bis 1791 als prachtvoller Herrschersitz gedient hatte. Die 27 Prunkräume, die besichtigt werden können, verdienen ihren Namen uneingeschränkt. Die junge Frau, die die Führung leitete, hatte zu jedem einzelnen Raum eine lebendige Beschreibung parat und wir schwelgten in Seidentapeten, Kristall-Lüstern, Spiegelkabinetten und goldener Ausstattung.

Das Erdgeschoß der Residenz beherbergt eine Sammlung von Fayencen und Porzellanstücken aus der berühmten Ansbacher Manufaktur, die bis 1839 bestand und im 2. Stock hat sich - standesgemäß - mittlerweile die mittelfränkische Bezirksregierung angesiedelt.

Die Führung endete so rechtzeitig, dass wir nach einem kleinen Spaziergang über den Wochenmarkt pünktlich zum Orgelkonzert in der St. Gumbertus-Kirche eintrafen. Hier konnte zu den Tönen der Wiegleb-Orgel das Gehörte und Gesehene in entspannter Atmosphäre noch einmal nachklingen. Nach Konzert und Mittagessen (Ansbacher Bratwürste!) war noch etwas Zeit für einen Stadtbummel oder z. B. den Besuch des Markgrafen- und Kaspar Hauser-Museums. Manche konnten aber auch von der Pracht des Hofgartens gar nicht genug bekommen.

Doch irgendwann holte auch die letzen Unternehmungslustigen der Zugfahrplan wieder ein und die Truppe machte sich auf den Heimweg nach Otterfing, wo gegen 19.30 Uhr dann Endstation dieses schönen Ausflugs war.

Vielen Dank an Cilly Rothbauer, die wie gewohnt alles routiniert vorbereitet und organisiert hat – von der Zugfahrt über das hervorragende Hotel bis hin zu sämtlichen Führungen. Wir haben wieder viel Interessantes gesehen und erfahren und sind natürlich schon auf das Ziel im nächsten Jahr gespannt.

Bärbel Richard
Schriftführerin

Mehr Bilder gibt es hier!

Zurück zur Übersicht

 

Startseite