Besinnungsnachmittag

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Besinnungsnachmittag im Pfarrheim am
23. Oktober 2010

Ein farbiges Tuch am Boden - darauf ein Krug mit Wasser, eine Kerze, ein Teller mit allerlei Obst und Gartenfrüchten sowie ein Ikonenbild: von diesem Stillleben wurden die Teilnehmerinnen des diesjährigen Besinnungsnachmittags zugleich begrüßt und auf die Thematik der nächsten Stunden eingestimmt. Insgesamt 17 Frauen waren ins Pfarrheim gekommen, gespannt darauf, was Brigitte Träxl vom Holzkirchner Frauenbund-Vorstandsteam zu den Themen „Erntedank“ und „staade Zeit“ vorbereitet hatte.

Frau Träxl lenkte die Aufmerksamkeit zunächst auf das Ikonenbild, das gleichzeitig auch die Leben spendende Kraft der Weiblichkeit darstellt.

Diese wird ebenso mit dem Element Wasser oder dem Lauf der Zeit versinnbildlicht. Der Ernteteller mit seinem Inhalt stand stellvertretend für die Fülle der Erträge, die der Monat Oktober uns regelmäßig schenkt, aber auch für die Arbeit, die in dieser Zeit noch getan werden muss, bevor im Wechsel der Jahreszeiten wieder Ruhe einkehrt.

Passend zu dieser Stimmung zeigte uns Frau Träxl einige Kreistänze, die mit einfachen Schritten und eingängiger Musik die gedankliche Ausrichtung des Menschen nach innen und außen sowie das nötige Innehalten nachvollziehen. Dann hörten wir die Geschichte vom Mäuserich Frederick, der sich nicht am alljährlichen „Erntestress“ beteiligen wollte, dann aber trotzdem wertvolle Vorräte für die kalten und dunklen Wintermonate bereithielt: er hatte Sonnenstrahlen, Farben und Worte für die Gemeinschaft gesammelt. Nach einigen weiteren Kreistänzen (wir haben sogar Körbe geflochten!) war es auch schon Zeit für die wohlverdiente Kaffeepause.

Wie von Geisterhand hatte sich zwischenzeitlich das Bild in der Mitte des Stuhlkreises verwandelt: ein schwarzes Tuch, ein abgestorbener Baum markierten deutlich, dass es nun – thematisch zumindest - November geworden war. Schon immer war die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November geheimnisvoll, eine „Freinacht“, eine offene Tür zwischen den Welten, der Übergang vom Sommer in den Winter. Hexen, Zauberer und der Tod geben den Ton an. Es ist Zeit loszulassen. Dazu passte sehr gut die Geschichte von der Birke, die genau das nicht tun wollte: nämlich ihre Blätter loslassen. Schon bald musste sie aber feststellen, dass das krampfhafte Festhalten auch Nachteile mit sich bringt, dass die Zeit des Loslassens sehr wohl ihren tieferen Sinn und ihr Gutes hat.

Nun forderte uns Brigitte Träxl zu einem Sonnentanz auf, wieder mit einfachen Schritten, zu eindringlicher Musik. Der Abschluss dieses Nachmittags war dem Gedenken an unsere Ahnen gewidmet, die viel dazu beigetragen haben, was jeden einzelnen von uns ausmacht. Auch dazu hatte Frau Träxl einen Tanz mitgebracht – und Kerzen, die diesen Minuten eine ganz besondere Stimmung verliehen.

Mit einem gemeinsamen Gebet wurde der Nachmittag beschlossen, denn mit Geschichten, Tanzen und Nachdenken war die Zeit wie im Flug vergangen. Alle Teilnehmerinnen waren sich darin einig, dass ihnen die abwechslungsreiche, wenn auch für manche ungewohnte Gestaltung dieses Besinnungsnachmittags sehr gut gefallen hat. Ein großes Dankeschön geht deshalb an Brigitte Träxl, die uns das Wesentliche dieser besonderen Monate Oktober und November auf eine sehr persönliche und nachhaltige Weise vermittelt hat. Und es hat den Anschein, als sei auch die Nachfrage nach Kreistänzen gestiegen…

Börbel Richard
Schriftführerin