Jubiläumsfahrt nach Rom vom 25. - 31. März 2011
Alle Wege führen bekanntlich nach Rom. Der mi
t Frauenbundfrauen und sogar mit zehn mutigen Männern voll besetzte Burgmayr-Bus samt Fahrer Harry wählte die Route über den Brenner, Verona, Bologna und Florenz. Nach 12stündiger, problemloser Fahrt, selbstverständlich unterbrochen von ein paar Verpflegungspausen, erreichte die 47köpfige Gruppe ihr Ziel: Ladispoli, direkt am Meer gelegen, ca. 20 km außerhalb Roms. Es blieb gerade noch Zeit für eine kurze Erkundungstour am Strand, der sich übrigens durch fast schwarzen Vulkansand auszeichnete, dann war schon das erste Abendessen und anschließend wohlverdiente Nachtruhe angesagt.
Die Nacht war kurz, nicht nur wegen der Umstellung auf Sommerzeit: schon für 7.00 Uhr war das Frühstück anberaumt, denn das Programm für den ersten Tag in der ewigen Stadt war dichtgedrängt. Zuerst eine kleine Stadtrundfahrt, vorbei u.a. an der Tiberinsel, den Caracalla-T
hermen aus dem 3. Jahrhundert, dem Zirkus Maximus und weiteren antiken Bauwerken, über die wir später noch mehr erfahren sollten. Dann stieg unsere Stadtführerin zu: Maria Theresa, die uns mit ihrer herzlichen Art schon nach wenigen Worten gewonnen hatte. Ganz neuzeitlich wurde jeder einzelne mit Funk-Kopfhörern ausgerüstet und schon startete die „gemütliche“ Führung. Wir besichtigten die Kirche „San Pietro in Vincoli“. Dort sind die Ketten verwahrt, mit denen angeblich Petrus gefesselt war und eine gewaltige Moses-Statue, geschaffen vom genialen Michelangelo, gab es zu bestaunen. Höhepunkt des Vormittags war eindeutig das Colosseum, das berühmte Wahrzeichen Roms. In nur 8 Jahren war es bereits im 1. Jahrhundert erbaut worden. Es diente als Arena für die antiken Zirkusspiele und Gladiatorenkämpfe, doch auch bei der Christenverfolgung spielte es eine traurige Rolle. Davon zeugt heute ein Mahnmal. Unfassbare 60.000 Plätze bot das Colosseum und schon vor fast 2000 Jahren wurden die Publikumsmassen gut organisiert durch nummerierte Eingänge gelotst. Heute sind leider nur noch 40 % der ursprünglichen Baumasse erhalten, ein Großteil der Steine wurde z.B. für den Bau des Peter
sdoms verwendet.
Über die an diesem Tag autofreie Prachtstraße „Via dei Fori Imperiali“ führte uns Maria Theresa direkt zu Cäsar – der sich dann aber leider als recht „versteinert“ entpuppte. Gegenüber gab es die halb verfallenen Trajans-Märkte zu bewundern, ein richtiges Einkaufszentrum, allerdings schon ca. 1800 Jahre alt und deshalb leider geschlossen... Weiter ging es zum Forum Romanum, dem kulturellen, politischen und religiösen Zentrum des antiken Rom. In einer kleinen Seitenstraße versuchten sich ein paar mutige Damen an einem römischen Trinkbrunnen, einer Fontanella. Diese sehr praktische Einrichtung erfordert allerdings Fingerspitzengefühl, wie sich schnell herausstellte. Nun folgte der „Aufstieg“ auf den Kapitols-Hügel, vorbei an der berühmten Abbildung der Wölfin, die die Knaben Romolus und Remus säugt, der Sage nach die Gründer Roms im Jahr 753 v.Chr. Wir erreichten die Piazza del Campidoglio, entworfen – natürlich – von Michelangelo, in der Mitte des Platzes ein Standbild von Kaiser Marc Aurel. Hinunter ging es über eine breite Treppe, die sogar für Pferde geeignet sein soll.
Die nächste Sehenswürdigkeit war zur Abwechslung neueren Datums: das Nationaldenkmal Vittorio Emmanuele II, erbaut im 19. Jhdt. für sagenhafte 50 Millionen Lire, von den Römern liebevoll auch „Schreibmaschine“ genannt. Nun hatten wir uns aber langsam ein Mittagessen verdient und auch das war von Maria Theresa bereits perfekt organ
isiert. Gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Piazza Navona mit dem berühmten „Vierströme-Brunnen“, der die Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika symbolisiert. Berühmter Baumeister war 1651 Gian Lorenzo Bernini. Die Piazza selbst ist komplett auf einem antiken Stadion erbaut, die Form ist noch gut zu erkennen. Das nun folgende Bauwerk gilt noch heute als Wunder der Architektur, das im 2. Jhdt. erbaute Pantheon mit einer freitragenden Kuppel von exakt 43,30 m Durchmesser und Höhe, oben mit einer kreisförmigen Öffnung von 9 m Durchmesser. Es regnet zwar hin und wieder rein, doch das war in den vergangenen 1800 Jahren offenbar kein Problem. Das Pantheon ist allen Märtyrern geweiht und beherbergt u.a. das Grab von Raffael. Über die Piazza Minerva, vorbei an einem bezaubernden, von Bernini entworfenen Elefanten, erreichten wir schließlich die (spätestens seit Anita Ekberg) weltberühmte Fontana di Trevi. Wer es sich nach dem Eisbecher noch leisten konnte, hat vielleicht auch eine Münze geworfen… Doch der nächste Höhepunkt wartete schon: die Spanische Treppe – die aber leider vor lauter Menschen fast nicht zu sehen war. Gleich gegenüber die Via Condotti, die Luxus-Einkaufsstraße Roms. Nun hieß es nur noch die Spanische Treppe zu erklimmen – denn oben erwartete uns bereits der Bus.
Auf dem Weg zum Hotel machen wir noch Station in einer der vier Laterankirchen Roms: „St. Paul vor den Mauern“, e
in gewaltiges Bauwerk, das nach einem Brand im 19. Jhdt. wieder vollständig aufgebaut worden war. Bemerkenswert sind die insgesamt 260 Medaillons mit Papstportraits, die um den gesamten Innenraum verlaufen. Auch die Säulenarkaden, die die fünfschiffige Basilika gliedern, sind sehr beeindruckend. Dank unserer motivierten Fremdenführerin „vom Feinsten“ hatten wir den Tag bisher kaum als anstrengend empfunden, doch nun waren alle für etwas Entspannung dankbar. Abendessen und ein kurzer Aufenthalt in der Hotelbar waren aber gerade noch zu schaffen.
Auch am folgenden Tag läuteten die Wecker früh: es sollte nach Montecassino gehen, ca. 150 km südlich von Rom. Montecassino, auf dem gleichnamigen Hügel
gelegen, ist das Gründungskloster des Hl. Benedikt und somit das „Mutterkloster“ aller Benediktiner. Es wurde ursprünglich im 6. Jhdt. erbaut, in den folgenden Jahrhunderten aber mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Am gründlichsten waren jedoch die Alliierten im Jahr 1944: sie zerbombten das Kloster bis auf die Grundmauern. Die wichtigsten Kunstschätze konnten damals gerade noch rechtzeitig auf 100 LKW-Ladungen nach Rom in Sicherheit gebracht werden. Der Wiederaufbau dauerte 10 Jahre. Sehenswert sind u.a. mehrere Kreuzgänge und die Statuen des hl. Benedikt sowie seiner Schwester, der hl. Scholastika. In der Kirche befindet sich natürlich auch das Grab des hl. Benedikt. Die Abgänge zur Krypta sind mit prächtigen Mosaiken verziert und an der Decke der Krypta sind die Wappen sämtlicher Benediktinerklöster weltweit abgebildet. Der Hügel bietet einen weiten Rundumblick – aber leider auch die Aussicht auf Soldatenfriedhöfe.
Schnell war es Mittagszeit geworden, und für ein geeignetes Lokal hatte unser unermüdlicher Reiseführer Sepp Reisinger selbstverständlich schon gesorgt. Danach traten wir die Rückfahrt Richtung Rom an, ein ziemlich langwieriges Unterfangen diesmal. Wurde schon erwähnt, dass dieser Tag der einzige verregnete war? Es hat uns Langstreckenbusfahrgäste aber irgendwie nicht sehr gestört… Der Zeitplan war mittlerweile etwas aus den Fugen geraten, aber für einen Abstecher nach Castel Gandolfo sollte auf jeden Fall noch Zeit sein. Nun, es reichte gerade für den kurzen Spaziergang zum kleinen Marktplatz, ein Gruppenfoto vor dem Haupteingang und den Rückweg zum Bus. Zum Hotel war es immer noch ein Stück zu fahren, und so waren wir an diesem Tag so ziemlich die letzten Gäste beim Abendessen.
Der nächste Tag (von Regen übrigens keine Spur mehr) war für die Sehenswürdigkeiten des Vatikan reserviert. Maria Theresa erwartete uns schon am Petersplatz und erklärte uns dessen Besonder
heiten, wie z.B. die spezielle Anordnung der Kollonaden – wieder einmal ein Werk von Bernini. Dann aber ging es endlich hinein in den Petersdom, das gewaltigste Bauwerk der Christenheit. Erbaut wurde er ursprünglich im 4. Jhdt. von Kaiser Konstantin, an der Stelle, wo man das Grab von Petrus vermutete. Seine jetzigen Ausmaße erhielt der Bau jedoch erst im 16./17. Jhdt. unter der tatkräftigen Mitwirkung von Baumeistern wie Raffael, Michelangelo und Bernini. Die Pietà von Michelangelo ist sicher eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt. Die Peterskirche fasst 20.000 Menschen und der schon ziemlich „abgegriffene“ Fuß einer Petrus-Statue zeugt von der großen Zahl der Besucher. Um die Ausmaße des Bauwerks zu veranschaulichen, wurden die Maße vergleichbarer großer Kirchen, wie z.B. des Kölner Doms, direkt in den Fußboden eingelassen. Papst Johannes XXIII. ist übrigens im Petersdom aufgebahrt, mit einer wächsernen Gesichtsmaske.
Nach einer ergiebigen Mittagspause, in der wir uns bei „unserer“ Maria Theresa schon mit einem kleinen Geschenk für Ihre Leistung als unsere Fremdenführerin bedankten, machten wir uns auf den Weg zu den Vatikanischen Museen. Vorab erläuterte uns Maria Theresa anhand verschiedener Schautafeln schon die Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle, denn an diesem heiligen Ort selbst sollte absolutes Stillschweigen herrschen. Dann wandelten wir staunend durch die verschiedenen Museumsräume, die sich aneinanderreihten und unterschiedlichste Schätze aus mehr als zwei Jahrtausenden präsentierten: Skulpturen, Mosaiken, Gobelins, Deckengemälde und vieles mehr. Krönender Abschluss war natürlich die Sixtinische Kapelle, wo wir die vorher schon erklärten Gemälde und Fresken von keinen Geringeren als z.B. Botticelli und Michelangelo bewunderten. Dargestellt sind u.a. Szenen aus der Genesis, dem Leben Mose und Jesu und viele weitere Details, die den Rahmen dieses Berichts eindeutig sprengen würden.
Nach dem Abendessen im Hotel war für diesen Tag noch ein Spaziergang im nächtlichen Rom vorgesehen, bei dem uns Sepp Reisinger begleiten wollte. Gut 20 Abenteuerlustige machten sich mit dem Zug auf den Weg und kamen – trotz eines kleinen fahrplantechnischen Hindernisses – alle wohlbehalten an d
er Station von St. Peter an. Rom bei Nacht hat einen ganz besonderen Reiz und viele Sehenswürdigkeiten, die wir bei Tag schon besichtigt hatten, üben in nächtlicher Beleuchtung einen eigenen Zauber aus. Nicht zuletzt sind um diese Zeit auch viel weniger Menschen unterwegs und so kamen uns die angekündigten 5 km gar nicht so lang vor. Dafür sorgte aber auch Sepp Reisinger, der zu vielen Plätzen und Stationen immer Spannendes zu erzählen wusste. Unser „Rundgang“ endete am traumhaft beleuchteten Petersdom und dem aufmerksamen Beobachter konnte auffallen, dass zu dieser vorgerückten Stunde sogar im Arbeitszimmer des heiligen Vaters noch Licht brannte. Für uns wurde es jetzt aber höchste Zeit, ins Bett zu kommen, denn schließlich wartete der Höhepunkt der Reise am nächsten Tag: die Generalaudienz bei Papst Benedikt XVI.
Dies hieß zunächst: noch eine halbe Stunde früher aufstehen als sonst, denn wer zuerst kommt, hat auf dem Petersplatz natürlich die besten Plätze. Diese Chance nutzen wir und belegten einige Stuhlreihen direkt am Mittelgang in der Hoffnung, der Papst würde mit seinem Papamob
il diesen Weg nach vorne zum Platz vor dem Petersdom wählen. Leider ging diese Rechnung nicht ganz auf, aber zumindest ganz in unserer Nähe fuhr der Heilige Vater dann doch vorbei. Dann begann die Audienz, zunächst mit Lesungen in mehreren Sprachen, denn die anwesenden Pilger kamen schließlich aus der ganzen Welt! Nun wurden alle angemeldeten Pilgergruppen namentlich aufgerufen und im 10-Sekunden-Abstand hörte man Jubelrufe aus allen Ecken des Peterplatzes – bis endlich auch der Frauenbund Otterfing an der Reihe war, der sich selbstverständlich ebenfalls lautstark und mit blauen Schals winkend bemerkbar machte. Die Audienz schloss nach gut zweieinhalb Stunden mit dem päpstlichen Segen und unzählige tief beeindruckte Pilger verließen mit uns langsam wieder den Petersplatz.
Nach einem etwas „unübersichtlichen“ Mittagessen im zentralen Parkhaus gleich in der Nähe brachte uns der Bus zur Domitilla-Katakombe etwas außerhalb Roms. Der Weg führte uns dabei auch über die Via Appia, die zum Teil noch den originalen Straßenbelag des alten Roms aufweist.
Die Katakombe selbst verdankt ihren Namen der Besitzerin des Grundstücks, unter dem sie liegt. Die Katakombe der Domitilla ist eine der größten römischen Katakomben mit einer Ausdehnung von 17 km an Galerien. Zudem verfügt sie über die einzige unterirdische Basilika Roms, ursprünglich im 5. Jhdt. erbaut. In ein
em Zeitraum von etwa 500 Jahren wurden in die Seitenwände der Galerien ca. 150.000 Grablegungen geschlagen, der Größe nach zu urteilen auch unzählige Kindergräber. Ein kurzer Rundgang verschaffte uns einen kleinen Eindruck von den Ausmaßen und ohne Führer hätten wir uns zweifellos in diesem Labyrinth verlaufen… Froh, wieder ins oberirdischen Tageslicht zurückgefunden zu haben, bestiegen wir den Bus, der uns wohlbehalten beim Hotel in Ladispoli ablieferte – zum letzen Mal übrigens in dieser Woche, denn am nächsten Tag sollte es schon wieder zurück in die Heimat gehen. Doch vorher blieb noch etwas Zeit, um z. B. am Strand zu wandeln oder auch die Geschäfte des Ortes nach Schnäppchen abzugrasen, ganz nach Geschmack. Das Abendessen war an diesem Tag als Gala-Diner angekündigt und das ließen wir uns zum Abschluss selbstverständlich nicht entgehen. Dann noch ein kurzer „Abschiedsbesuch“ in der Hotelbar und ab ins Bett, denn ein letztes Mal hieß es früh aufzustehen und – diesmal mit Koffern – rechtze
itig am Bus zu sein.
Unser Fahrer Harry wählte als Rückweg bis Grosseto die Straße an der Küste entlang, die herrliche Ausblicke aufs Meer bot. Dann ging es weiter über Siena und Florenz die schon bekannte Strecke wieder zurück bis nach Otterfing, wo wir nach ca. 13 Stunden Fahrt einigermaßen erschöpft aber gut gelaunt und wohlbehalten eintrafen.
Es ist überflüssig zu erwähnen, dass diese Jubiläumsfahrt ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis für alle Teilnehmer/innen war. Nicht zu vergessen ist aber, dass so eine Reise sehr umfangreiche Vorbereitung und Planung erfordert. Diese Mühen haben vor Allem Cilly Rothbauer und Sepp Reisinger auf sich genommen. Letzterer war als unser Reiseleiter fast ununterbrochen im Einsatz und hat alle organisatorischen Klippen erfolgreich umschifft (und nebenbei noch dafür gesorgt, dass der Kaffee nie ausging…). Gefordert war auch unser Fahrer Harry Keferloher – wer sich jemals aktiv in den römischen Verkehr gestürzt hat, weiss seine Leistung zu würdigen. Ihnen und allen anderen, die diese Reise möglich gemacht haben: VIELEN, VIELEN DANK (und hoffentlich bis zum nächsten Mal)!!
Herta Ecker und Börbel Richard
Hier geht es zu den Bildern.
|
|
|
|
|
|